Klimaneutrale Winterspiele Sotschi 2014
Berlin/Krasnodar, 29.Januar 2010. Die dena präsentiert das Konzept für Energieeffizienz und erneuerbare Energien bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014.
Die Olympischen Winterspiele von Sotchi 2014 können klimaneutral
durchgeführt werden, wenn jetzt mit dem Aufbau der dafür notwendigen
Infrastruktur begonnen wird. Das ist das Ergebnis einer Studie, die
die Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) im Auftrag des
Bundesumweltministeriums erstellt hat. Das dena-Konzept setzt zum
einen auf effiziente Technologien, die den Energiebedarf auf ein
Minimum senken. Der verbleibende Bedarf an Strom, Wärme und
Kraftstoff vor Ort in Höhe von rund 430 Gigawattstunden - das
entspricht etwa dem jährlichen Verbrauch von 27.000 Haushalten in
Deutschland - wird weitgehend mit erneuerbaren Energien aus der Region
Sotchi gedeckt.
"Russland hat es in der Hand, bei den Winterspielen von Sotchi auch
in der Energiebilanz eine Spitzenleistung zu bringen", sagte Stephan
Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, bei der Vorstellung
der Studienergebnisse in Krasnodar. "Die Herausforderung ist groß,
aber das Ergebnis wird ein zukunftsweisendes Vorbild geben, das über
Sotchi hinaus in die ganze Region Krasnodar und benachbarte Regionen
wirken wird. Denn Energieeffizienz spart Kosten, fördert Innovationen
und schont das Klima."
Der größte Teil der Energieeinsparungen wird durch anspruchsvolle
Effizienzstandards in den Stadien, Hotels und Bürogebäuden des
olympischen Parks erreicht. Im Vergleich zu den derzeit gültigen
Normen kann der Primärenergiebedarf der Gebäude um bis zu 70 Prozent
gesenkt werden. Strom und Wärme liefern effiziente
Biomassekraftwerke, die mit Holzresten, Gülle oder organischen
Abfällen betrieben werden. Hinzu kommen Photovoltaik- und
Solarthermieanlagen auf den Dächern der olympischen Gebäude. Weitere
Stromquellen bieten Wasserkraftwerke und ein Windpark mit einer
Leistung von 100 Megawatt weiter nördlich bei Anapa. Organische
Abfälle liefern Biogas für den Betrieb von Bussen und Pkw.
Dank der erneuerbaren Energien aus der Region sind die Winterspiele
unabhängig vom Fernwärmenetz. Durch gleichzeitigen Aufbau neuer
effizienter Gaskraftwerke in Sotchi muss der Strom nur zu maximal 25
Prozent aus dem föderalen Netz importiert werden. Auch im Verkehr
wird der Einsatz von fossilen Kraftstoffen deutlich reduziert. Nach
den Plänen der dena lassen sich die Emissionen, die unabhängig vom
An- und Abreiseverkehr während der Winterspiele freigesetzt werden,
auf rund 320 Kilotonnen CO2-Äquivalente senken. Der in der Studie
vorgeschlagene Kraftwerkspark kann diese Emissionen mit Strom, Wärme
und Kraftstoff aus erneuerbaren Energien in weniger als vier Jahren
kompensieren, der Anapa-Windpark sogar in nur zwei Jahren.
Bei der Präsentation der Studie in Krasnodar kamen rund fünfzig
Entscheider aus Russland und Deutschland zusammen, um die
Realisierungsmöglichkeiten zu besprechen. Bei der Umsetzung konkreter
Projekte wird die Russisch-Deutsche Energie-Agentur (rudea) eine
wichtige Rolle übernehmen. "Die rudea bringt russische und deutsche
Partner zusammen, um die Energieeffizienzmärkte in Russland
strategisch auszubauen", sagte Kohler.
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